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yellowFox



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 19:13   Titel:

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Übrigens finde ich es sehr spannend zu beobachten, wie wichtig es vielen Schweizern zu sein scheint, dass derlei Daten in Deutschland auf keinen Fall verwertet werden dürfen, gleichzeitig die Rechtslage in der Schweiz sehr eindeutig zu sein scheint und nichts anderes besagt, als dass derlei Informationen durchaus gerichtsverwertbar sind.

Ich kann da nur für mich selber sprechen und in meinen Augen ist der Kauf von illegal beschaften Daten nicht vertretbar. Völlig egal ob es nun die Deutsche oder die Schweizer Regierung betrifft. Dass ich in diesem Moment die Deutsche Regierung kritisiere hat lediglich mit der Aktualität des Falls zu tun und damit, dass ich mir vorher darüber keine Gedanken gemacht habe.
 
SecretSurfer



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 19:16   Titel:

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
und ein solches negatives Urteil würde mit dem Grundsatz zur Verhinderung der Strafvereitelung im Amt deutlich zuwider laufen.

Du sagst also, wenn man die Möglichkeit hat ein Verbrechen aufzuklären, dann muss man das tun, egal was es kostet.

Nein, das habe ich mit keiner Silbe gesagt.

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
Das sehe ich ganz klar anders. Der Zweck darf nicht die Mittel heiligen. Natürlich muss Steuerhinterziehung mit allen möglichen Mitteln bekämpft werden. Die möglichen Mittel müssen aber da aufhören, wo moralische oder juristische Grundsätze verletzt werden. Wie weit soll das denn sonst gehen?

Gegenfrage: warum ist das in Deinen Augen in Deutschland etwas anderes, als in der Schweiz? Dort gibt es, nach meinem Kenntnisstand, seit dem Jahr 2000 ein Urteil eures obersten Gerichtes, dass derlei Daten durchaus Verwendung finden dürfen. Warum also, wenn die Rechtsexperten im Ministerium das durchwinken, ist das hier so viel verwerflicher, als in Deinem eigenen Land?

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
Ich will es mal etwas drastisch ausdrücken: Ein «mögliches Mittel» zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung wäre zum Beispiel auch, dass man in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ein SEK in die Schweiz einfliegt, den Hauptsitz der Credit Suisse stürmt und das Personal mit vorgehaltener Waffe zur Herausgabe der Kundendaten zwingt. Das wäre ja dan auch legitim, schliesslich ist es eine Möglichkeit ein Verbrechen aufzuklären und diese Möglichkeit muss man gemäss deiner Aussage zwingend nutzen.

Das ist ein völlig albernen und auch absolut hinkender Vergleich, denn hier geht es nicht ausschließlich um die Schweiz, es geht nicht um Landfriedensbruch oder um die Erpressung von Daten mit vorgehaltener Waffe, sondern um den Ankauf angebotener Daten und um die Tatsache, dass der Staat dieser Daten offenbar habhaft werden muss (Stichwort: Strafvereitlung im Amt). Der Vergleich mit dem bewaffneten Überfall auf die Schweiz erscheint mir nun wirklich etwas arg an den Haaren herbei gezogen.

Und um beim Beispiel der Credit Suisse zu bleiben. Dort scheint es ein offenes Geheimnis zu sein, dass man sich über Jahre darauf spezialisiert hat, Steuerflüchtlingen aus Deutschland monetären Unterschlupf zu bieten. Das kommt jetzt zu den Verantwortlichen zurück und fällt über sie her. Mir der CD hat das nur sehr indirekt zu tun.




Die Baccararose ist das stumpfe Schwert des Vorstadt-Marketing!

 
SecretSurfer



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 19:22   Titel:

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Übrigens finde ich es sehr spannend zu beobachten, wie wichtig es vielen Schweizern zu sein scheint, dass derlei Daten in Deutschland auf keinen Fall verwertet werden dürfen, gleichzeitig die Rechtslage in der Schweiz sehr eindeutig zu sein scheint und nichts anderes besagt, als dass derlei Informationen durchaus gerichtsverwertbar sind.

Ich kann da nur für mich selber sprechen und in meinen Augen ist der Kauf von illegal beschaften Daten nicht vertretbar. Völlig egal ob es nun die Deutsche oder die Schweizer Regierung betrifft. Dass ich in diesem Moment die Deutsche Regierung kritisiere hat lediglich mit der Aktualität des Falls zu tun und damit, dass ich mir vorher darüber keine Gedanken gemacht habe.

Das ist aber ungünstig, denn in Deinem Land hat man das für Rechtens erklärt.




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yellowFox



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 19:40   Titel:

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
und ein solches negatives Urteil würde mit dem Grundsatz zur Verhinderung der Strafvereitelung im Amt deutlich zuwider laufen.

Du sagst also, wenn man die Möglichkeit hat ein Verbrechen aufzuklären, dann muss man das tun, egal was es kostet.

Nein, das habe ich mit keiner Silbe gesagt.

Ich verstehe es aber so. Wie meinst du es dann?

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
Das sehe ich ganz klar anders. Der Zweck darf nicht die Mittel heiligen. Natürlich muss Steuerhinterziehung mit allen möglichen Mitteln bekämpft werden. Die möglichen Mittel müssen aber da aufhören, wo moralische oder juristische Grundsätze verletzt werden. Wie weit soll das denn sonst gehen?

Gegenfrage: warum ist das in Deinen Augen in Deutschland etwas anderes, als in der Schweiz? Dort gibt es, nach meinem Kenntnisstand, seit dem Jahr 2000 ein Urteil eures obersten Gerichtes, dass derlei Daten durchaus Verwendung finden dürfen. Warum also, wenn die Rechtsexperten im Ministerium das durchwinken, ist das hier so viel verwerflicher, als in Deinem eigenen Land?

Es ist nichts anderes. Das habe ich im Posting oben erklärt.

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
Ich will es mal etwas drastisch ausdrücken: Ein «mögliches Mittel» zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung wäre zum Beispiel auch, dass man in einer Nacht-und-Nebel-Aktion ein SEK in die Schweiz einfliegt, den Hauptsitz der Credit Suisse stürmt und das Personal mit vorgehaltener Waffe zur Herausgabe der Kundendaten zwingt. Das wäre ja dan auch legitim, schliesslich ist es eine Möglichkeit ein Verbrechen aufzuklären und diese Möglichkeit muss man gemäss deiner Aussage zwingend nutzen.

Das ist ein völlig albernen und auch absolut hinkender Vergleich, denn hier geht es nicht ausschließlich um die Schweiz, es geht nicht um Landfriedensbruch oder um die Erpressung von Daten mit vorgehaltener Waffe, sondern um den Ankauf angebotener Daten und um die Tatsache, dass der Staat dieser Daten offenbar habhaft werden muss (Stichwort: Strafvereitlung im Amt). Der Vergleich mit dem bewaffneten Überfall auf die Schweiz erscheint mir nun wirklich etwas arg an den Haaren herbei gezogen.

Ich dachte mir schon, dass du das als albern empfinden wirst. Der springende Punkt ist aber doch die Frage, welche Mitteln man zur Bekämpfung von Verbrechen nutzen darf/muss und welche nicht. Und diese Frage wird meiner Meinung nach ganz klar mit dem Umstand beantwortet, ob die Mittel moralische und juristische Grundsätze verletzen oder nicht.
 
yellowFox



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 19:42   Titel:

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Übrigens finde ich es sehr spannend zu beobachten, wie wichtig es vielen Schweizern zu sein scheint, dass derlei Daten in Deutschland auf keinen Fall verwertet werden dürfen, gleichzeitig die Rechtslage in der Schweiz sehr eindeutig zu sein scheint und nichts anderes besagt, als dass derlei Informationen durchaus gerichtsverwertbar sind.

Ich kann da nur für mich selber sprechen und in meinen Augen ist der Kauf von illegal beschaften Daten nicht vertretbar. Völlig egal ob es nun die Deutsche oder die Schweizer Regierung betrifft. Dass ich in diesem Moment die Deutsche Regierung kritisiere hat lediglich mit der Aktualität des Falls zu tun und damit, dass ich mir vorher darüber keine Gedanken gemacht habe.

Das ist aber ungünstig, denn in Deinem Land hat man das für Rechtens erklärt.

Warum ist das ungünstig? Ich sage ja mit keinem Wort, dass ich es auf Schweizer Seite gutheisse. Ganz im Gegenteil. Wie gesagt nehme ich den aktuellen Fall lediglich zum Anlass um darüber zu diskutieren.
 
wom



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 21:21   Titel:

Ich habe heute noch einmal darüber nachgedacht.
Von meiner Position (=Befürwortung) kann ich gedanklich interessanterweise nur abrücken, wenn ich anerkenne, daß es keine Gerechtigkeit gibt.

Weder in der Natur, noch in den verschiedenen Stadien der Menschheit. Die alten Griechen haben sich darüber auch schon Gedanken gemacht, und sich, wenn ich recht erinnere, einen gerechten Zeus gewünscht/geschaffen.

Es gibt keine Gerechtigkeit, also brauchen wir Steuerflüchtlinge nicht ausfindig machen. Je nach Naturell kann man nun selbst mittun am Bescheißen der Gesellschaft oder man gibt dem Kaiser was des Kaisers ist, weil man sich damit besser fühlt oder besser fährt.

So ist das.




its never over in a rover

 
SecretSurfer



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 21:45   Titel:

[quote="yellowFox"]
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
und ein solches negatives Urteil würde mit dem Grundsatz zur Verhinderung der Strafvereitelung im Amt deutlich zuwider laufen.

Du sagst also, wenn man die Möglichkeit hat ein Verbrechen aufzuklären, dann muss man das tun, egal was es kostet.

Nein, das habe ich mit keiner Silbe gesagt.

Ich verstehe es aber so. Wie meinst du es dann?¢/quote]
Doch, ich bin mir sicher, dass Du mich sehr gut verstehst. Ich erkenne auch durchaus den rhetorischen Kniff, den Du anzuwenden versuchst. Aber ich muss Dich enttäuschen, ich werde mich bei dem Thema ganz gewiss nicht in widersprüchlichen Aussagen verstricken. Da kannst Du noch so oft nachfragen lächelnd

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
Es ist nichts anderes. Das habe ich im Posting oben erklärt.

Doch, es ist anders. Du kannst gerne die aktuelle Rechtsprechung in Frage stellen, aber solange man / ein Staat sich innerhalb dieser Grenzen bewegt, ist Kritik an diesem Handeln zwar möglich, aber nach Moral zu rufen wenig zweckhaft.

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
Ich dachte mir schon, dass du das als albern empfinden wirst. Der springende Punkt ist aber doch die Frage, welche Mitteln man zur Bekämpfung von Verbrechen nutzen darf/muss und welche nicht. Und diese Frage wird meiner Meinung nach ganz klar mit dem Umstand beantwortet, ob die Mittel moralische und juristische Grundsätze verletzen oder nicht.

Nein, auf bei der Wahl der Vergleiche heiligt der Zweck nicht die Mittel, um in Deinem Duktus zu bleiben. Ein solcher Vergleich liegt für meinen Geschmack weit außerhalb der Grenzen, innerhalb derer sich noch ein Erörtern lohnt. Ich darf Dich erinnern, dass mein Vergleich mit den Pädophilen in Bezug auf den Inhalt der Datensätze bei Dir auch nicht durchkam, wobei ich das noch deutlich näher am Thema sehe.




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yellowFox



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 22:49   Titel:

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
und ein solches negatives Urteil würde mit dem Grundsatz zur Verhinderung der Strafvereitelung im Amt deutlich zuwider laufen.

Du sagst also, wenn man die Möglichkeit hat ein Verbrechen aufzuklären, dann muss man das tun, egal was es kostet.

Nein, das habe ich mit keiner Silbe gesagt.

Ich verstehe es aber so. Wie meinst du es dann?

Doch, ich bin mir sicher, dass Du mich sehr gut verstehst. Ich erkenne auch durchaus den rhetorischen Kniff, den Du anzuwenden versuchst. Aber ich muss Dich enttäuschen, ich werde mich bei dem Thema ganz gewiss nicht in widersprüchlichen Aussagen verstricken. Da kannst Du noch so oft nachfragen lächelnd

Offenbar verstehe ich es aber nicht so wie du es anscheinend meinst. Also nochmal: Du bringst das Argument der sog. Strafvereitelung. Das heisst: Kauft die Regierung die Daten nicht, dann macht sie sich gemäss dieser Argumentation der Strafvereitelung schuldig, weil sie die Gelegenheit nicht nutzt eine Straftat (nämlich Steuerhinterziehung) zu verfolgen und somit eine Bestrafung der Verantwortlichen vereitelt.

Soweit richtig?

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Du kannst gerne die aktuelle Rechtsprechung in Frage stellen, aber solange man / ein Staat sich innerhalb dieser Grenzen bewegt, ist Kritik an diesem Handeln zwar möglich, aber nach Moral zu rufen wenig zweckhaft.

Aha. Dann ist es folglich also auch nicht möglich, der Schweiz im Bezug auf das Bankgeheimnis fehlende Moral vorzuwerfen? Sie bewegt sich damit nämlich auch völlig im Rahmen der gesetzlichen Grenzen.
 
SecretSurfer



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 23:01   Titel:

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Doch, ich bin mir sicher, dass Du mich sehr gut verstehst. Ich erkenne auch durchaus den rhetorischen Kniff, den Du anzuwenden versuchst. Aber ich muss Dich enttäuschen, ich werde mich bei dem Thema ganz gewiss nicht in widersprüchlichen Aussagen verstricken. Da kannst Du noch so oft nachfragen lächelnd

Offenbar verstehe ich es aber nicht so wie du es anscheinend meinst. Also nochmal: Du bringst das Argument der sog. Strafvereitelung. Das heisst: Kauft die Regierung die Daten nicht, dann macht sie sich gemäss dieser Argumentation der Strafvereitelung schuldig, weil sie die Gelegenheit nicht nutzt eine Straftat (nämlich Steuerhinterziehung) zu verfolgen und somit eine Bestrafung der Verantwortlichen vereitelt.

Soweit richtig?

Absolut korrekt. Und das ist ja, nebenbei bemerkt, nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern die offizielle Lesart aus Regierungskreisen. Da beißt die Maus nunmal keinen Faden ab.

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Du kannst gerne die aktuelle Rechtsprechung in Frage stellen, aber solange man / ein Staat sich innerhalb dieser Grenzen bewegt, ist Kritik an diesem Handeln zwar möglich, aber nach Moral zu rufen wenig zweckhaft.

Aha. Dann ist es folglich also auch nicht möglich, der Schweiz im Bezug auf das Bankgeheimnis fehlende Moral vorzuwerfen? Sie bewegt sich damit nämlich auch völlig im Rahmen der gesetzlichen Grenzen.

Moral ist ein Argument, welches in Finanzkreisen absolut nichts verloren hat. Das habe ich aber nun bestimmt schon ein Dutzend Mal gesagt. Du kommst immer mit der Moral. Lass das mal außen vor. Die Schweiz verschanzt sich seit Jahren hinter diesen mehr als fragwürdigen Gesetzen und bekommt eine Quittung nach der anderen dafür auf den Tisch geknallt. Hier stellt sich ganz einfach die Frage, wie lange das noch funktioniert. Aber das ist nur ein Zweig dieser Diskussion. Wesentlich ist für mich, dass die „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft mit aller Härte des Gesetzes für ihr Handeln belohnt werden. Nichts sonst habe ich gesagt. Was dann in zweiter Instanz aus dem Finanzstandort Schweiz wird, muss sich zeigen. Ich habe da so meine Theorien.




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yellowFox



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 23:43   Titel:

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Absolut korrekt. Und das ist ja, nebenbei bemerkt, nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern die offizielle Lesart aus Regierungskreisen. Da beißt die Maus nunmal keinen Faden ab.

Im Klartext: Die Regierung muss jede sich anbietende Möglichkeit nutzen um eine Straftat zu verfolgen. Richtig?

So. Und an dieser Stelle kommt nun mein - zugegebenermassen völlig realitätsferne - Beispiel mit dem Sondereinsatzkommando ins Spiel. Es wäre eine Möglichkeit die sich anbietet um Straftaten zu verfolgen, oder nicht?

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Moral ist ein Argument, welches in Finanzkreisen absolut nichts verloren hat. Das habe ich aber nun bestimmt schon ein Dutzend Mal gesagt. Du kommst immer mit der Moral.

Ja, weil ich der Meinung bin, dass Moral schlicht unabdingbar ist. Selbst, wenn sich in der Finanzwelt sonst niemand an moralische Regeln hält, so müssen sie auf jeden Fall für diejenigen gelten, denen es obliegt für die Einhaltung von Recht und Ordnung zu sorgen. Wie kann der Staat von seinen Bürgern sonst die Einhaltung moralischer Werte fordern, wenn er sich selbst nicht dran hält? Das ist wie wenn man einem Kind das Rauchen verbieten will und sich dabei selber eine Zigarette ansteckt.

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Die Schweiz verschanzt sich seit Jahren hinter diesen mehr als fragwürdigen Gesetzen und bekommt eine Quittung nach der anderen dafür auf den Tisch geknallt.

Das ist auch gut so, dass das passiert. Das Bankgeheimnis muss weg oder zumindest so angepasst werden, dass dem Missbrauch der Nährboden entzogen wird. Wobei das Problem dann damit noch lange nicht gelöst ist. Ihm zugrunde liegt nämlich ein ganzes Konglomerat von Ursachen wobei die Schweiz mit ihrem Verhalten nur eine Teilrolle spielt.

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Wesentlich ist für mich, dass die „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft mit aller Härte des Gesetzes für ihr Handeln belohnt werden. Nichts sonst habe ich gesagt.

Da bin ich ja absolut deiner Meinung. Nur finde ich eben, dass man das auf einem anderen Weg machen muss.
 
SecretSurfer



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BeitragVerfasst am: 04.02.2010, 23:51   Titel:

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Absolut korrekt. Und das ist ja, nebenbei bemerkt, nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern die offizielle Lesart aus Regierungskreisen. Da beißt die Maus nunmal keinen Faden ab.

Im Klartext: Die Regierung muss jede sich anbietende Möglichkeit nutzen um eine Straftat zu verfolgen. Richtig?

So. Und an dieser Stelle kommt nun mein - zugegebenermassen völlig realitätsferne - Beispiel mit dem Sondereinsatzkommando ins Spiel. Es wäre eine Möglichkeit die sich anbietet um Straftaten zu verfolgen, oder nicht?

Ich wiederhole mich gerne: Dein Beispiel ist vollkommen albern und abwegig. Und ich gehe diesmal noch einen Schritt weiter und attestiere Dir ein gerüttelt Maß an „Angefasstheit“. Du reagierst schon fast so, als würde es hier um Deine persönlichen Banken gehen.

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Moral ist ein Argument, welches in Finanzkreisen absolut nichts verloren hat. Das habe ich aber nun bestimmt schon ein Dutzend Mal gesagt. Du kommst immer mit der Moral.

Ja, weil ich der Meinung bin, dass Moral schlicht unabdingbar ist. Selbst, wenn sich in der Finanzwelt sonst niemand an moralische Regeln hält, so müssen sie auf jeden Fall für diejenigen gelten, denen es obliegt für die Einhaltung von Recht und Ordnung zu sorgen. Wie kann der Staat von seinen Bürgern sonst die Einhaltung moralischer Werte fordern, wenn er sich selbst nicht dran hält? Das ist wie wenn man einem Kind das Rauchen verbieten will und sich dabei selber eine Zigarette ansteckt.

Wenn Du meinst.

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Die Schweiz verschanzt sich seit Jahren hinter diesen mehr als fragwürdigen Gesetzen und bekommt eine Quittung nach der anderen dafür auf den Tisch geknallt.

Das ist auch gut so, dass das passiert. Das Bankgeheimnis muss weg oder zumindest so angepasst werden, dass dem Missbrauch der Nährboden entzogen wird. Wobei das Problem dann damit noch lange nicht gelöst ist. Ihm zugrunde liegt nämlich ein ganzes Konglomerat von Ursachen wobei die Schweiz mit ihrem Verhalten nur eine Teilrolle spielt.

Nur eine Täterrolle? Nur? Das soll heißen, die können nicht anders und sind Opfer der Umstände? Mein Gott, wie ergreifend.

yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Wesentlich ist für mich, dass die „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft mit aller Härte des Gesetzes für ihr Handeln belohnt werden. Nichts sonst habe ich gesagt.

Da bin ich ja absolut deiner Meinung. Nur finde ich eben, dass man das auf einem anderen Weg machen muss.

Aha, und wie? Betteln, zahnlos Drohen, Weinen?




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yellowFox



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BeitragVerfasst am: 05.02.2010, 00:09   Titel:

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Absolut korrekt. Und das ist ja, nebenbei bemerkt, nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern die offizielle Lesart aus Regierungskreisen. Da beißt die Maus nunmal keinen Faden ab.

Im Klartext: Die Regierung muss jede sich anbietende Möglichkeit nutzen um eine Straftat zu verfolgen. Richtig?

So. Und an dieser Stelle kommt nun mein - zugegebenermassen völlig realitätsferne - Beispiel mit dem Sondereinsatzkommando ins Spiel. Es wäre eine Möglichkeit die sich anbietet um Straftaten zu verfolgen, oder nicht?

Ich wiederhole mich gerne: Dein Beispiel ist vollkommen albern und abwegig.

Mir geht es um folgendes: Ich möchte gerne wissen, wo die Grenze zu ziehen ist. Was darf sich der Staat erlauben und was nicht? Und auch ich wiederhole mich gerne: Die Grenze ist da zu ziehen, wo es anfängt juristisch oder moralisch fragwürdig zu werden.

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Und ich gehe diesmal noch einen Schritt weiter und attestiere Dir ein gerüttelt Maß an „Angefasstheit“. Du reagierst schon fast so, als würde es hier um Deine persönlichen Banken gehen.

Du interpretierst meine Argumentation in dem Fall völlig falsch.

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
Wobei das Problem dann damit noch lange nicht gelöst ist. Ihm zugrunde liegt nämlich ein ganzes Konglomerat von Ursachen wobei die Schweiz mit ihrem Verhalten nur eine Teilrolle spielt.

Nur eine Täterrolle? Nur? Das soll heißen, die können nicht anders und sind Opfer der Umstände? Mein Gott, wie ergreifend.

Teilrolle, nicht Täterrolle.

SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
yellowFox hat Folgendes geschrieben:
SecretSurfer hat Folgendes geschrieben:
Wesentlich ist für mich, dass die „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft mit aller Härte des Gesetzes für ihr Handeln belohnt werden. Nichts sonst habe ich gesagt.

Da bin ich ja absolut deiner Meinung. Nur finde ich eben, dass man das auf einem anderen Weg machen muss.

Aha, und wie? Betteln, zahnlos Drohen, Weinen?

Ich bin sicher, dass es da diverse andere Möglichkeiten gibt.
 
Super-DAU



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BeitragVerfasst am: 05.02.2010, 09:28   Titel:

'Morgen Jungs,

ich lese das hier sehr aufmerksam mit, und zunächst einmal möchte ich yellowfox meine Anerkennung aussprechen:
Ich finde es sehr beeindruckend, wie sehr er sich für diesen Fall interessiert und nebenbei so manches Wissen
über das politische Leben in Deutschland durchblitzen lässt. ICH weiß umgekehrt nicht mal einen Bruchteil dessen,
was in der Schweiz so passiert. Außer, wenn mal Unrühmliches vom rechten Rand in unsere Blätter schwappt.
Das ist schön: Wenn mehr Schweizer so neugierig sind, ist der erste Schritt in die EU getan zwinkernd

Ansonsten kann man meiner Einschätzung nach sehen, dass Secret und yellow sich wohl kaum mehr von der jeweiligen, für sich gesehen durchaus nachvollziehbaren, Position wegdiskutieren lassen. Dennoch möchte ich noch ein klein wenig von meinem Senf dazugeben und Euch einen ungefragten und unverlangten Blick in meine Gedanken geben:

Wie viele andere, habe auch ich mir für 2010 ein bisschen was vorgenommen. Diesmal betrifft's die Lebenseinstellung, und die Schraube, an der ich drehen will, lautet: "Jetzt erst recht!". Soll bedeuten: Je mehr mich Menschen in meinem beruflichen Umfeld, Regionalpolitiker, Bankmanager oder Bundesregierung aufregen, um so mehr versuche ich, schon fast auf mönchische Weise, "besser" oder moralischer zu sein. Denn gerade das Gebaren einiger weniger im so genannten Krisenjahr löst bei manch anderen einen Reflex in den eigenen Ellbogen aus, und wenn sich "die da oben die Taschen vollstopfen", ist "der kleine Mann" doch schnell versucht, dieses Verhalten in seiner Lebenswelt zu imitieren und auf sein Verhalten anderen gegenüber zu übertragen. Soll heißen: ich glaube, dass die, auf die man so gerne schimpft, für viele eigentlich zum Vorbild werden. So ein bisschen Ackermann, das will doch fast jeder sein. Diese Spirale will ich für mich persönlich nicht weiter drehen. Dabei kommt dann schnell sowas wie egozentrischer Moralnarzissmus raus, aber das ist es mir wert.

So, und warum erzähl ich das? Ich will sagen, dass im Gegensatz zu Secrets Meinung die Moral ein sehr wichtiger Aspekt des Ganzen ist. Denn wenn ein Schmiergeldbote Finanzminister wird, ein Ex-Bundeskanzler keinen Hehl daraus macht, dass seine Amtszeit nur ein Sprungbrettt für spätere Geschäftemacherei ist, einige wenige Geldhändler ungestraft ganze Volkswirtschaften zerstören und mit Steuergeldern Diebesgut gekauft werden soll, dann nehmen solche Handlungsweisen direkten Einfluss auf die Bedeutung von Finanzverbrechen: Sie werden mit einem Achselzucken hingenommen, sie wirken weniger verwerflich, die Strafbarkeit erreicht die Bedeutung einer Gefängniskarte bei Monopoly, Bei Finanzverbrechen erwischt zu werden, ist nicht länger logische Konsequenz eines effektiv operierenden Rechtsstaates, sondern hängt davon ab, wie die Spielregeln sind und wer gerade die Karten gibt.

Und so glaube ich, dass die Berliner Vorgehensweise zu einer Abwertung von Steuerverbrechen in den Köpfen der Menschen führt. Und damit langfristig mehr Steuereinnahmen kostet als bringt.

Man sollte die Schweiz und ihre Institute auf anderer Weise dazu bringen, zu kooperieren und sich internationalen Gepflogenheiten anzupassen. Der Beißreflex abgerissener Finanzbeamter ist dafür ungeeignet.

Aber vielleicht will man das nicht? Vielleicht erscheinen Daten, die das BKA selektiv von einer CD pickt, für so manchen hochrangigen Deutschen sinnvoller als eine Glasnost-Schweiz?




Manchmal kommen sie wieder.

 
SecretSurfer



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BeitragVerfasst am: 05.02.2010, 09:34   Titel:

Super-DAU hat Folgendes geschrieben:
So, und warum erzähl ich das? Ich will sagen, dass im Gegensatz zu Secrets Meinung die Moral ein sehr wichtiger Aspekt des Ganzen ist.


Mooooooment! Ich habe mit keiner Silbe und zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass ich Moral nicht generell als einen wichtigen Aspekt betrachte. Soweit sollte man mich mittlerweile selbst hier kennen. Andernfalls wäre ich jetzt schon ein wenig enttäuscht.

Ich habe lediglich gesagt, dass das Argument mit der Moral in dieser Diskussion nichts verloren hat, weil der moralische Maßstab weder für die ermittelnden Behörden, noch für unsere Leistungssträger und schon mal gar nicht für die Banken jemals gegolten hat und wohl auch nie gelten wird. Das heißt, mit dem Moralfähnchen zu wedeln, beeindruckt niemanden aus diesen Reihen und folglich wird sich auch niemand von denen deshalb in irgendeiner Weise ändern.




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BadTicket



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BeitragVerfasst am: 05.02.2010, 09:47   Titel:

@Super-DAU
Danke für Deine sehr interessanten Überlegungen. Die Aussage "Soll heißen: ich glaube, dass die, auf die man so gerne schimpft, für viele eigentlich zum Vorbild werden." finde ich absolut brilliant! Irgendwie wollen doch alle kleine Rebellen sein die sich auf coole Art Kohle holen. Waren es bei Kids die Banditen in den Western, so sind es jetzt die CEOs der Konzerne. Nur dass die leider von den meisten Staaten auch noch geschützt werden.

@SecretSurfer
Moral hat auf jeden Fall da etwas zu suchen, nur weil "die" sie nicht haben darf sie nicht einfach ausgeblendet werden. Aber natürlich nützten Aussagen dazu hier im Form wenig, denn kaum einer dieser Verbrecher liesst hier mit.

Die ganze Abzockerei geht vielen Leuten langsam zu weit. Und wenn der Staat nicht bald etwas unternimmt, könnte es sein, dass bald wieder die Fäuste reagieren!




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